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Quelle: Norddeutsche Rundschau
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Pressespiegel
Norddeutsche Rundschau, 29.12.2010 - Praktikumsplatz für vier Menschen mit psychischen Erkrankungen

Hohenlockstedt/Itzehoe

Zurück in den Beruf: Unter diesem Motto hat das Hohenlockstedter Pharma-Unternehmen Pohl-Boskamp insgesamt vier Beschäftigten des Westküstenservice der Brücke Schleswig-Holstein", einen Praktikumsplatz zur Verfügung gestellt. Der Westküstenservice bietet als anerkannte Werkstatt für Menschen mit einer psychischen Erkrankung den Rahmen für eine berufliche Rehabilitation oder auch dauerhaft beschützte Arbeitsplätze. Bei der Umsetzung von ausgelagerten Werkstattplätzen ist dabei die Zusammenarbeit mit Pohl-Boskamp entstanden. Ein Projekt, von dem alle profitieren: Die Teilnehmer erhalten die Chance, wieder im ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Die "Brücke Schleswig-Holstein" freut sich darüber, einen weiteren Kooperationspartner gewonnen zu haben - und Pohl-Boskamp über neue, engagierte Mitarbeiter im Logistik- und Konfektionierungszentrum Dägeling. Hier werden Arzneimittel konfektioniert, verpackt und in 50 Länder der Welt abtranspoprtiert.

Burn-out-Syndrom, Depressionen, Angst- oder Belastungsstörungen: Deutschlands Arbeitnehmer fehlen immer häufiger wegen psychischer Erkrankungen. Seelische Störungen sind heute die vierthäufigste Ursache, wenn Arbeitnehmer arbeitsunfähig werden. Und die jeweilige Ausfallzeit ist mit rund 23 Tagen deutlich länger als z. B. bei einer Grippe (6,5 Tage). Das zeigte eine Studie der AOK, bei der Krankheitsdaten von 9,7 Millionen erwerbstätigen Mitgliedern ausgewertet worden waren. Experten wissen: Am Ende einer psychischen Erkrankung steht für viele Patienten der Jobverlust, was die Spirale der Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung beschleunigt.

Zum Thema "Arbeit nach oder mit einer psychischen Erkrankung" bietet die "Brücke Schleswig-Holstein" umfassende Hilfsangebote an. Zu unserem Angebot gehören unter anderem ambulante Betreuung, Tagesstätten zur Stabilisierung aber auch Hilfen zur beruflichen Wiedereingliederung - die zunächst innerhalb der Einrichtung, und später auch auf Praktikumsplätzen in der freien Wirtschaft stattfinden können. "Unsere Mitarbeiter kümmern sich um die berufliche Wiedereingliederung von Menschen mit psychischen Erkrankungen" sagt Matthias Kruit, Leiter des Westküstenservice der Brücke Schleswig-Holstein. "Unser langfristiges Ziel ist es, die Belastungsfähigkeit im Beruf vorsichtig zu steigern, altes Wissen aufzufrischen und mit fachlicher Hilfe bei entsprechender Eignung langfristig eine berufliche Perspektive auch außerhalb der Einrichtung für unsere Teilnehmer zu entwickeln."

Die ersten Schritte dahin machen die Teilnehmer in den Gewerken der Werkstatt. Claudia Mohr vom sozialen Dienst des Westküstenservice: "Da psychische Erkrankungen jeden treffen können - unabhängig von Alter, Geschlecht und Ausbildung -bieten wir auch ein breites Förderprogramm an. Dazu gehört betreutes Arbeiten in den Bereichen Tischlerei, Büroservice, Hauswirtschaft, Wäscherei, Montage und Näherei. Auch das Ladencafé "Harmonie" in der Itzehoer Innenstadt und ein mobiler Malerservice zählen dazu", erzählt Claudia Mohr.

Seit gut zwei Jahren gehören auch ausgelagerte Werkstattplätze zum Angebot der "Brücke Schleswig-Holstein", die in Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes eingerichtet sind. "Ziel ist es, auf diesem Weg nach Möglichkeit eine Brücke in ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis zu bauen. Am Anfang steht meist ein Praktikum im Betrieb, um herauszufinden, ob der Teilnehmer und Arbeitgeber miteinander zurecht kommen. In diesem Prozess werden die Teilnehmer engmaschig über die Sozialdienstmitarbeiterinnen im betrieb begleitet. Verläuft dieses Praktikum erfolgreich, denken wir über einen festen, im Betrieb angesiedelten Werkstattplatz oder sogar zusammen mit dem Betrieb über eine sozialversicherungspflichtige Anstellung nach", so Claudia Mohr.

Pohl-Boskamp hat in seinem Logistik- und Konfektionierungszentrum in Dägeling bisher insgesamt vier Praktikumsplätze für Teilnehmer der "Brücke Schleswig-Holstein" zur Verfügung gestellt. "Ein Teilnehmer musste das Praktikum vorzeitig beenden. Bei einem anderen ist eine win-win-Situation entstanden. Die Arbeitsleistung ist sehr gut und die freundliche Aufnahme durch die Kollegen hat dazu geführt, dass er sich sehr gut in den Betrieb integriert hat", sagt Daniela Vierhaus, Personalreferentin bei Pohl-Boskamp. "Wir haben die Zusammenarbeit mit der Brücke Schleswig-Holstein als sehr angenehm erlebt und wollen das Projekt gern weiter verfolgen."

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