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PRESSE - KREIS HERZOGTUM LAUENBURG
Pressespiegel - Das Wohl ist gefährdet - Hilferuf der Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände
Sonntags Kurier Elbe, Seite 7, 44. KW 2012

Das Wohl ist gefährdet

Hilferuf der Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbände
Schwarzenbek (clb). Es klang wie ein Hilferuf, was die Kreisarbeitsgemeinschaft der Wohlfahrtsverbande Kreis Herzogtum Lauenburg in Schwarzenbek mitzuteilen hatte. Die Vertreter von Arbeiterwohlfahrt (Awo), des Roten Kreuzes, der Diakonie und der Paritätischen Wohlfahrtsverbande wollten die Stimme erheben und die Menschen wissen lassen, dass in Zukunft weniger Mittel für die gemeinsame Sozialarbeit zur Verfügung stunde.

In den vergangenen Jahren waren die Hilfsgelder bereits gekürzt worden. Nach einer Klausur in Gägelow haben die Vertreter des Kreistages nun im Rahmen der Haushaltskonsolidierung nach Meinung der Wohlfahrtsverbände mit einer Art Kahlschlag begonnen.

Nach Heiko Steiner vom Diakonischen Werk Herzogtum Lauenburg sind sich die einheimischen Wohlfahrtsverbände durchaus Im Klaren darüber. Dass gespart werden müsse. Hier aber wird jetzt die Axt an deren Arbeit gelegt.

Peter Perthun. Kreisvorsitzender der Awo und Udo Spiegelberg vom Paritätischen Wohlfahrtsverband sehen mit Besorgnis die Beschlüsse des Kreistages. Präventive Maßnahmen beispielsweise in der Gesundheitsvorsorge und die vorhandenen Infrastrukturen der Verbände würden verhindert und zerstört . „Menschen, denen Hilfen angeboten wurden, müssten durch die getroffenen finanziellen Kürzungen auf diese Unterstützung verzichten, mit der Konsequenz, dass die Folgekosten nun noch wesentlich höher ausfallen können".

Die Vertreter der Wohlfahrtsorganisationen sehen die Notwendigkeit von Sparzwängen ein. Diese Kürzungen beziehen sich zunächst auf die freiwilligen Leistungen des Kreises. Eine „Giftliste“ der beschlossenen Kürzungsmaßnahmen umfasst Einschnitte in Höhe von 3,1 Millionen Euro für das Jahr 2013. 2014 sind Kürzungen von 4,4 Millionen Euro ins Auge gefasst worden. Wenn der Kreis künftig weniger Pokale vergeben oder auf Sportlerehrungen verzichten will, ist das für die Betroffenen schmerzlich, aber doch nicht lebenswichtig. Wenn aber 2014 die Schulsozialarbeit völlig eingestellt werden soll, dann bedeutet dass eine Kürzung gleich von 700.000 Euro. Darüber hinaus werden die finanziellen Mittel für ein ganzes Bündel von Beratungen wie beispielsweise die Schuldnerhilfe oder die Schwangerschaftskonflikthilfe abgeschmolzen.

Die Wohlfahrtsverbände sind sich bewusst, dass diese KonsolidIerungsmaßnahmen einen schwierigen Prozess darstellen. Die Kürzungen gerade im Sozialbereich aber bewirken, so wurde festgestellt, dass eine andere Gesellschaft entsteht.

Hier werden soziale Strukturen zerstört, die überwiegend von ehrenamtlichen Kräften geleistet werden. Die Wohlfahrtsverbände sehen sich zunächst in der Rolle von Mahnern, sie wollen das Gespräch mit den Politikern suchen, mit denen es in der Vergangenheit immer eine konstruktive Zusammenarbeit gab. Sie hoffen, die schlimmen Folgen der Streichungen im Sozialbereich wenigstens mildern zu können.

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