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PRESSE - KREIS HERZOGTUM LAUENBURG
Pressespiegel - "Psychische Erkrankung zutiefst menschlich"
Lübecker Nachrichten, 15.10.2011

Manager Udo Spiegelberg sieht "Burnouts" auf dem Vormarsch.

Udo Spiegelberg ist neuer Verbundmanager der "Brücke Schleswig-Holstein" im Herzogtum Lauenburg. "Psychische Erkrankung ist zutiefst menschlich", sagt er in seinem Büro in Schwarzenbek. Er schlägt die Beine übereinander und lächelt sein Gegenüber freundlich an. Der jugendlich und sportlich wirkende Mann (52) leitet eine gemeinnützige Firma für "psychisch beeinträchtigte Menschen".

Die große Herausforderung für einen Unternehmer sei, Menschen so zu organisieren, dass sie gesund blieben, erklärt Psycho-Experte Spiegelberg. Doch psychische Erkrankungen seien auf dem Vormarsch, oft als "Burnouts" im Beruf. "Wir erarbeiten mit Firmen Konzepte, wie sie Risiken von Überforderungen und Verschleiß reduzieren können", berichtet der studierte Sozialpädagoge, der in seinem Fachgebiet schon lange als Manager unterwegs ist.

Daher ist es für Udo Spiegelberg selbstverständlich, dass die Brücke schwarze Zahlen schreiben muss. Da passt es gut, dass er auch ausgebildeter Schifffahrtskaufmann ist. Denn eigentlich strebte der gebürtige Stader in ferne Länder. Ferne fand er trotzdem, denn was liegt vielen Menschen ferner als sich mit ihrer Psyche zu beschäftigen? "Ein Teil der Stigmatisierung unserer Kunden kommt von Berührungsängsten", erläutert Spiegelberg. Ihn selbst habe Psychiatrie schon immer fasziniert.

Spiegelberg wäre früher Regionalleiter gewesen. Der Titel Verbundmanager zeigt ein neues Selbstverständnis. Seine Mitarbeiter sollen zu mehr Selbstorganisation angeleitet werden. Der Chef arbeitet quasi auf Augenhöhe, auch mit den Kunden. Das sei eine Frage des Respekts, erklärt Udo Spiegelberg. 1993 wurde er Regionalleiter der Brücke im Kreis Steinburg. Zwischendurch war er zuständig für alle Werkstätten der Brücke in ganz Schleswig-Holstein. Und vor seiner neuen Aufgabe im Herzogtum Lauenburg leitete er die Brücke im Kreis Pinneberg. Für all diese Aufgaben hatte er sich qualifiziert als er zuvor bei einem anderen Träger so ein "Verbundsystem" in Hamburg aufgebaut hatte.

Die hohe Belastung des Berufs steckt der sportliche Mann locker weg. Er fährt seinen Druck herunter, wie er sagt, indem er dreimal pro Woche mindestens zehn Kilometer läuft: Das macht er schon seit zehn Jahren. Zu Hause lenkt er sich ab mit viel klassischer Musik sowie dem Lesen von Biographien und Krimis. Der Vater einer Tochter (17) mag auch, an der Ostsee zu entspannen. Ebenso gern kocht Spiegelberg für seine Familie.

Marc von Kopylow

Brücken bauen mit der Brücke
Die Brücke Schleswig-Holstein ist eine gemeinnützige Gesellschaft beschränkter Haftung, die im Kreis Herzogtum Lauenburg 110 psychisch "beeinträchtige" Menschen betreut. Dafür werden 55 Mitarbeiter gebraucht. Sie leisten auch Unterstützung für Menschen mit anderen Behinderungen, die einer angemessenen Arbeit nachgehen wollen. Landesweit hat die Brücke 750 Mitarbeiter und ist in neun Kreisen und kreisfreien Städten vertreten.

Es gibt Wohngruppen für psychisch "Beeinträchtigte" in Ratzeburg, Schwarzenbek und Geesthacht. Dort leben psychisch auffällige Menschen miteinander in angemieteten Räumen. Sie nutzen eine Gemeinschaftsküche und dürfen Gestalter ihres Lebens bleiben. "Empowerment" nennt sich das im Fachjargon. Es soll nicht alles abgenommen werden. Unterstützung bedeutet, auch verloren gegangene Selbstständigkeit wieder zu erlernen. Bei höheren Graden an psychischen Problemen wohnen die Betroffenen in einem Wohnheim des Kreises in Schwarzenbek. Dort sind Mitarbeiter der Brücke auch über Nacht präsent. Bei einfacheren psychischen Fällen kommt ambulante Betreuung in Frage.

Ein wichtiger Bereich ist daneben der Fachdienst Arbeit. Acht Mitarbeiter der Brücke bemühen sich dort, für die Betroffenen angemessene Arbeitsmöglichkeiten zu finden und sie zu betreuen.

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