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PRESSE - KREIS DITHMARSCHEN
Pressespiegel - Alle Inklusive
Heider Anzeiger, Seite 11, 06.12.2013

Neuer Arbeitskreis setzt sich für gleichberechtigtes Miteinander ein

Von Christoph Hecht

Heide - Inklusion: Für viele ist das nur einer von vielen unverständlichen Fachbegriffen. Doch in Heide will ein neuer Arbeitskreis diesem kalten, nichtssagenden Wort Leben einhauchen.

Die Idee zu einem großen Runden Tisch kommt aus dem Heider Büro der Brücke Schleswig-Holstein. Ziel des ehrgeizigen Projektes sei es, die Inklusion in Dithmarschen voranzutreiben. „Wir wollen uns für ein gleichberechtigtes Miteinander in allen Bereichen des Lebens einsetzen“, sagt Regionalleiterin
Liane Junge.

Auf ihre Einladung hin traf sich der Arbeitskreis nun zum ersten Mal - im Bunten Haus, der Dithmarscher Geschäftsstelle der Brücke. Am großen Tisch saßen unter anderem Vertreter der Stadt und zahlreicher wohltätiger Organisationen der Region, darunter die Arbeiterwohlfahrt (Awo), die Diakonie und die Stiftung Mensch.

Während des ersten Treffens ging es den Initiatoren vor allem darum, die Basis für eine gemeinsame Arbeit zu finden. Junge: „Jede Einrichtung setzt in ihrem Haus bereits entsprechende Maßnahmen um. Gemeinsam können wir aber vielleicht neue Ideen entwickeln, die über unsere individuellen Möglichkeiten hinausgehen.“

Dabei gehe es in erster Linie darum, ein Umdenken in der Gesellschaft
zu bewirken. Denn vielerorts werde - auch in Heide und Dithmarschen - behinderten oder anderweitig benachteiligten Menschen mit Vorurteilen begegnet, so Junge weiter. „Dabei ist es normal, verschieden zu sein.“

Gerhard Wiekhorst von der Awo Heide sieht das ähnlich. „Die Inklusion lässt sich nicht von oben befehlen. Sie muss von allen gelebt werden.“

Auch Bürgermeister Ulf Stecher war der Einladung gefolgt. „Das Thema Inklusion geht auch an Heide nicht vorbei“, sagte er. Als Beispiele führte der Stadtchef zahlreiche Bauprojekte an: unter anderem den neuen Zob, der es Menschen mit Handicap erleichtere, von Zug auf den Bus umzusteigen. Dennoch: Die Inklusion ist eine riesige Herausforderung. Da haben wir noch viel zu tun.“ Ein großes Problem bei der baulichen Umsetzung behindertengerechter Maßnahmen stelle jedoch die Finanzierung dar. „Es ist sehr teuer, Schulen und öffentliche Gebäude umzubauen.“

Aber auch mit den Barrieren der Inklusion will sich der neu gegründete Arbeitskreis befassen. So wolle man prüfen ob Inklusion „bis in die letzte Haarspitze“ umgesetzt werden kann, so Liane Junge. In Einzelfällen sei es sogar denkbar, dass man Sondereinrichtungen für körperlich und geistig benachteiligte Menschen erhält - zumindest bis es eine adäquate Alternative gibt. Dafür spricht sich auch Manfred Lindemann, Mitglied der CDU-Kreistagsfraktion, aus. „Man darf das nicht übers Knie brechen“, sagte er. Er schlug vor, auch die Arbeitsgruppen „Inklusion“ des Kreises miteinzubeziehen. „Die Mitglieder befassen sich schon etwas länger mit dem Thema.“

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