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Pressespiegel
Dithmarscher Landeszeitung vom 18.09.2010 - Start in eine neue Zukunft, Torben Salz findet auf dem Schafstedter Ponyhof zurück ins Berufsleben

Schafstedt (rd) Er ist der Mann für alle Fälle. Ein Allrounder. Einer der zupackt, wenns nottut. Torben Salz zäunt Weiden ein, repariert Mobiliar, das kaputt gegangen ist, streicht Wände neu, fegt den Hof und ist zur Stelle wenn die Galloways umgetrieben werden müssen.

Auf der Schafstedter Ponyfarm mag den tatkräftigen 33-Jährigen niemand mehr missen. Aber auch Torben Salz kann sich keinen besseren Job vorstellen. Dabei sah seine Zukunft vor nicht all zu langer Zeit alles andere als rosig aus.

Vor fünf Jahren hat den gelernten Baumschulgärtner eine Tumorerkrankung aus dem Alltag gerissen. Operation, Chemotherapie, Reha - danach war nichts mehr wie vorher, schon gar nicht seine Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Für ihn gab es fortan nichts als Absagen. Auch im Vorwege habe es schon mal kategorisch geheißen: „Wir stellen keine Schwerbehinderten ein". Denn seit seiner Krankheitsgeschichte besitzt er einen Ausweis, der ihm einen GdB (Grad der Behinderung) von 80 Prozent bescheinigt.

Damals wusste er noch nicht, dass er spezielle Unterstützung erhalten kann. Der entscheidende Hinweis kam von seinem Schwager in spe, der ihn auf den Integrationsfachdienst Dithmarschen (IFD) aufmerksam machte. Ohne diese Institution, die sich in der Trägerschaft der Brücke Schleswig-Holstein gGmbH (Brücke SH) befindet, hätte der Dörplinger den Job wohl kaum gefunden. Als Schwerbehinderter mit einem GdB 80 (Grad der Behinderung) hatte er zuvor nichts als Absagen erhalten.

„Torben war psychisch ganz schön down, als er zu uns kam", erinnert sich Jürgen Söthje vom IFD. Er nahm den jungen Mann unter seine Fittiche. Nach zwei (Arbeits-)Anläufen, die nicht von Erfolg gekrönt waren, landete Torben Salz über Umwegen bei Uschi Danes, die händeringend nach Unterstützung für ihre Ponyfarm suchte. Nach einem gelungenen Praktikum stellte sie Torben Salz ein.

Als Arbeitgeberin für rund sechs Mitarbeiterinnen und verschiedene Aushilfen zeigt sie allerdings ein gewisses Verständnis für die Scheu, Schwerbehinderte zu beschäftigen. Man könne schon damit rechnen, dass diese Arbeitnehmer häufiger einmal krankgeschrieben werden. „Und das Geld fällt nicht vom Himmel", sagt Uschi Danes. Zudem erfordere die Arbeit mit Menschen und Tieren wie auf der Ponyfarm vor allen Dingen eins: Verlässlichkeit. Immerhin wollen dort rund ums Jahr jeden Tag 50 Ponys und Pferde versorgt werden. Hinzu kommen die kleinen und größeren Feriengäste in den Urlaubszeiten sowie die ständigen Reitschüler aus der Umgebung, die betreut werden müssen.

Jürgen Söthje vom IFD hält Vorbehalte aus Arbeitgebersicht für unbegründet, vor allem das Vorurteil, einen Arbeitnehmer mit Handicap werde niemand mehr los. „Das stimmt nicht", sagt der Integrationsfachberater, der sich auch als Ansprechpartner für die Arbeitgeber versteht. „Ich nehme meine Klienten auch wieder mit, wenn es nicht klappt", versichert er und verweist unter anderem auf die sechsmonatige Probezeit.

Torben Salz muss er wohl nicht wieder mitnehmen. „Der ist richtig aufgeblüht. Da stimmt die Chemie", sagt Söthje. Doch nicht nur beruflich hat sich für Torben Salz, der nach wie vor unter ärztlicher Kontrolle steht, eine Perspektive. Auch privat hat er schöne Pläne: Nach der Geburt seiner Tochter Samara will er am 1. Oktober seine langjährige Lebensgefährtin Natascha heiraten.

Kontakt: IFD, Poststraße 5 in Heide, Tel 0481/683 64-83, - 84, www.bruecke-sh.de

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