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PRESSE - KREIS DITHMARSCHEN
Pressespiegel
Dithmarscher Landeszeitung, 06.11.2009 - Ortsnaher Start zurück ins Leben _ Brücke Schleswig-Holstein bietet nun auch geschlossenen Wohnbereich an Von Jörg Lotze

Heide - Mit der Eröffnung ihres neuen Anbaus an das "Haus Gezeiten" im Dr.-Gillmeister-Weg 11 hat die Brücke Schleswig-Holstein gGmbH eine langjährige Betreuungslücke in Dithmarschen geschlossen.
Dithmarscher, die aufgrund einer schweren psychischen Erkrankung einen geschlossenen Wohnbereich benötigen, müssen nun nicht mehr in der Psychiatrischen Klinik bleiben oder in geschlossene Wohnbereiche nach Neustadt oder Kropp verlegt werden.

Die gemeinnützige Gesellschaft hat ihr Haus in Heide erweitert und bietet nun fünf Plätze in dieser Betreuungsform an - weitere fünf sind mittelfristig geplant.

Psychisch erkrankte Menschen können nunmehr in der ihnen vertrauten Umgebung bleiben, Angehörige und Freunde haben kurze Besuchswege. "Statt isoliert in unbekannter Umgebung den Start zurück ins Leben zu wagen, kann das persönliche soziale Umfeld nun in den Rehabilitationsprozess einbezogen werden", sagte Liane Junge bei der Einweihung des Anbaus. Die Regionalleiterin der Brücke betonte: "Ziel ist es natürlich, Betroffene so bald als möglich wieder an der Gesellschaft teilhaben zu lassen."

Menschen, die vorübergehend und teilweise auch längerfristig die Abgeschiedenheit brauchen, leiden unter schweren psychischen Beeinträchtigungen - meistens geprägt durch kurzfristig wiederkehrende Krisen und damit verbundenen Verhaltensstörungen. Sie fühlen sich in der -ffentlichkeit und sogar in ihrer eigenen Wohnung nicht mehr sicher - und können sich so nicht mehr versorgen. Das kann zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Ob ein Mensch in einem geschlossenen Wohnbereich untergebracht wird, entscheidet ein Richter aufgrund eines fachärztlichen Gutachtens.

Der neue Anbau wurde nach rund neunmonatiger Bauzeit fertiggestellt und kostete rund 850 000 Euro. Für die Bewohner stehen Einzelzimmer mit Duschbad zur Verfügung, in zwei Wohnküchen kann man sich selbst versorgen. Eine feste Tagesstruktur, ein individuell ausgerichtetes Therapieprogramm, ein geschlossener Gartenbereich und Freizeitangebote gehören ebenfalls dazu.

"Das ist ein großer Tag für Dithmarschen", sagte Dr. Thomas Birker, Chefarzt der Psychiatrie im Westküstenklinikum (WKK), in seiner Eröffnungsrede. "Schwerst- und chronisch Kranke haben ab sofort die Chance, im Kreis zu bleiben." Landrat Dr. Jörn Klimant betonte, die Psychiatrielandschaft Dithmarschen habe ein entscheidendes Stück gewonnen. "Und es ist ein weiterer Beleg dafür, dass wir in Dithmarschen Dinge modellhaft voranbringen können."

Wolfgang Faulbaum-Decke, Geschäftsführer der Brücke Schleswig-Holstein, wünschte den Mitarbeitern des Hauses unter der Teamleitung von Anja Götsch "ganz viel Kraft für diese wichtige neue Aufgabe."

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