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Pressespiegel
Dithmarscher Landeszeitung, 05.11.09 - Wenig Bewegung im Westen Leerstände bieten an Markt-Westseite und Süderstraße ein trauriges Bild
Von Stefan Carl

Heide - Eine Innenstadt lebt von einer florierenden Einkaufs­meile, die gut zu erreichen ist und genügend Parkraum bietet. Letzteres ist in Heide aufgrund des größten deutschen Markt­platzes kein Problem. Allerdings bieten Leerstände vor allem an der Westseite des Marktes — noch dazu in exponierter Lage - kein schönes Bild. Eine Bestandsaufnahme.

Während die Passanten an der Friedrichstraße sowie der östlichen, der südlichen und der nördlichen Seite des Marktes zurzeit nicht von leeren Fenstern angeödet werden, sieht es an der Markt-Westseite und am Eingang der Süderstraße (vom Markt aus betrachtet) schlechter aus.
Über die Gestaltung der Fassaden von Löwen-Apotheke und Sky-Markt kann man vielleicht hinwegsehen - immerhin werden in diesen Häusern noch Geschäfte betrieben. Doch schon gleich neben der Allwörden-Bäckerei beginnt die Tristesse im Westen. Die ehemalige Kneipe und das daneben liegende Eckhaus, in dem einst die Buchhandlung Scheller residierte, stehen nun schon seit Monaten leer.

Im Gespräch für die Markt-Westseite ist zwar schon seit geraumer Zeit, dass sich ein Investor für den gesamten Komplex Sky, Kneipe und ehemalige Buchhandlung interessiert. Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen erfahren haben, sei mittlerweile der erste Interessent aber schon wieder abgesprungen. Doch habe ein neuer möglicher Käufer angeklopft, heißt es weiter. Ob und wann sich an dieser Stelle der Markt-Westseite etwas tut, bleibt vorerst gleichwohl offen.

Richtet man seine Schritte von der St.-Jürgen-Kirche am Bürger­brunnen vor­bei und peilt die Süderstraße an, setzt sich die -dnis fort. An besonders exponierter Lage steht die ehemalige Niederlassung des Mühlenbäckers seit einer gefühlten Ewigkeit leer. Das Gebäude gehört dem Weddingstedter Malermeister Thomas Schmidt. Er hat immerhin eine positive Botschaft: "Es wird in absehbarer Zeit eine Nachfolge geben und das Geschäft nicht mehr leer bleiben." Das hört sich doch gut an.
Nur wenige Schritte weiter fällt der Blick allerdings gleich auf die nächste verwaiste Fensterfront, die Spielzeug Lütje nach seinem Umzug an die Berliner Straße hinterlassen hat.

Und noch einmal einige Meter weiter folgt auf der rechten Seite ein weiterer Leerstand. In einem Fenster kündet ein Transparent schon seit einem Jahr an, dass die Brücke Schleswig-Holstein dort ein Café einrichten will. Passiert ist bisher nichts - und wird es auch künftig nicht, außer, dass die Brücke das Transparent entfernt.
"Leider hat sich das Land von den Zusagen, die uns gegenüber gemacht wurden, zurückgezogen", sagt Liane Junge, Regionalleiterin der Brücke Schleswig-Holstein in Dithmarschen. Damit dürfte die geplante Investition von und 850 000 Euro geplatzt sein. "Auch wir müssen Wirtschaftlichkeit im Blick haben", sagt Junge. Und gänzlich ohne Fördermittel sei das geplante Vorhaben nicht zu stemmen - zumindest nicht an der Süderstraße. An dem Plan, ein Arbeitsprojekt für zwölf psychisch beeinträchtige Menschen zu starten, hält Junge nach wie vor fest. Doch eine Renovierung der Immobilie an der Süderstraße und gleichzeitig die Projektkosten seien aus eigener Kraft zu viel für die Brücke. "Zudem sind wir eine gemeinnützige Organisation, die von Steuergeldern lebt. Und die erhalten wir für unsere Ar­beit und nicht für Immobilien", so Junge weiter.

Deshalb sucht die Regionalleiterin nun in Heide nach Mieträumen, damit zumindest das Projekt nicht stirbt. Das Haus an der Süderstraße, die ehemalige Schlachterei Löffler, könnte indes verkauft werden. "Das wäre eine Option", bestätigt Junge. "Wir hätten gerne etwas für Heide und an der Süderstraße getan und bedauern es sehr, dass es dort nun nichts wird", fügt sie hinzu.
Traurig, aber wahrscheinlich: Der nächste Leerstand droht sich schon an. Jedenfalls ist zurzeit offen, was aus der Ladenfläche wird, auf der Quelle noch bis Jahresende seine letzten Artikel verkauft. Gerade die Süderstraße, die in den vergangenen Jahren mit viel Enga­gement erfolgreich an ihrer Aufwertung gearbeitet hat, hat eine Entwicklung dieser Art nicht verdient.

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