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PRESSE - BRüCKE SH üBERREGIONAL
Familienbewusste Personalpolitik
Personalreferentin Petra Kaiser arbeitet heute von zuhause aus. Ihre Tochter hat Scharlach. Gestern war ihr Mann bei der Kleinen. Jetzt kümmert sich die Mama - und fällt trotzdem nicht als Arbeitskraft aus und muss auch keinen Urlaubstag opfern oder sich krankschreiben lassen. Ihr Arbeitgeber, die Brücke Schleswig-Holstein, bemüht sich bereits seit einigen Jahren um eine Arbeitsorganisation, die es den Beschäftigten ermöglicht, Beruf und Familienleben möglichst gut unter einen Hut zu bringen. Dabei hat sie sich professionelle Unterstützung geholt: bei der berufundfamilie gGmbH, einer Tochter der Hertie-Stiftung. Diese berät Unternehmen und Institutionen, wie sie eine familienbewusste Personalpolitik gestalten können und vergibt ein Zertifikat.

2006 begann das Audit bei der Brücke SH. Mit einer Auditorin wurde der Status quo der bereits angebotenen Maßnahmen zur besseren Balance von Beruf und Familie erhoben und ein Katalog von Zielen erarbeitet, die das Unternehmen und seine Beleg­schaft anstreben, und deren Erreichen auch überprüft wird. Beim Audit-Start gab es beispielsweise schon vielfältige Möglichkeiten der Teilzeitbeschäfti­gung und individuelle Arbeitszeiten, Vertrauensarbeitszeit und Arbeitszeit­konten, eine Betriebsvereinbarung zur Förderung der Chancengleichheit und eine großzügige Regelung zur Unter­stützung von Fortbildungen. Im Zuge des Audits wurde beschlossen, die Ar­beitszeitmodelle weiter zu flexibilisie­ren und die Möglichkeiten der Arbeit von Zuhause zu erweitern. Und zwar nicht nur für berufstätige Eltern. "Es gibt ja auch immer mehr Kolleginnen und Kollegen, die hilfsbedürftige El­tern haben. Auch wer keine Familien­mitglieder hat, um die er sich küm­mern muss, möchte manchmal per­sönliche Belange berücksichtigt wis­sen", betont Personalreferentin Kaiser. "Natürlich müssen wir immer die Interessen und Bedürfnisse unserer Kunden im Auge haben und den dar­aus resultierenden Präsenzpflichten gerecht werden", sagt die 48-Jährige. "Aber es gibt ja auch Tätigkeiten, die zu Hause erledigt werden können: etwa auf dem Laptop Entwicklungs­berichte von Klienten oder Dokumen­tationen schreiben oder telefonisch etwas mit Behörden regeln."

Die Leitungskräfte der Brücke SH ha­ben die Aufgabe, mit ihren Teams die Arbeitszeit selbstständig zu steuern und zu organisieren, wofür extra mit einem professionellen Arbeitszeitbera­ter Planungstools entwickelt wurden. Auch EDV-technisch ist die Umset­zung der Arbeit im Home office nicht ganz einfach. "Wir arbeiten ja mit sen­siblen personenbezogenen Daten von Klienten, die besonders geschützt wer­den müssen", so Petra Kaiser. Das er­fordert besondere Vorkehrungen, an deren Umsetzung in betriebliche Rege­lungen und Verfahren noch gearbeitet wird. "Wir haben auch geprüft, ob wir für unsere Beschäftigten Kinderbe­treuung anbieten können. Da viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber dezentral an verschiedensten Stellen tätig sind, ist ihnen mit festen Plätzen in einer Kita nicht geholfen", sagt Petra Kaiser. "Aber wir planen Ferien­betreuungsangebote." Außerdem zahlt die Brücke SH einen Kinderzuschlag. Darüber hinaus wird jetzt auch an der Frage gearbeitet, wie auch die männli­chen Beschäftigten Familie und Beruf besser unter einen Hut bringen und beispielsweise unterstützt werden können, Elternzeit zu nehmen.

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