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30.03.2020
Das Psychosoziale Zentrum Schleswig-Holstein für traumatisierte Flüchtlinge_neue Herausforderungen für unsere Arbeit
Das Psychosoziale Zentrum der Brücke-Schleswig-Holstein gGmbH bietet seit 2017 niedrigschwellige Hilfen für besonders schutzbedürftige Flüchtlinge und Asylsuchende mit erheblicher Traumatisierung oder starken psychischen Belastungen aufgrund von Gewalterfahrungen durch Flucht, Folter, Missbrauch und weiteren Menschenrechtsverletzungen an.

Der Schwerpunkt unserer Arbeit liegt in der kultursensiblen Unterstützung bei der Bewältigung von traumatischen Erfahrungen und psychosozialen Krisen. Hierbei orientieren wir uns an den Handlungskonzepten zur Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen und den Leitlinien der Bundesarbeitsgemeinschaft der Psychosozialen Zentren für Flüchtlinge und Folteropfer (BAfF), deren assoziiertes Mitglied wir sind.

Die Ermittlung des Hilfebedarfs und die Unterstützung bei der Anbindung an die örtliche Regelversorgung sind vorrangige Aufgaben unserer beiden Sozialpädagoginnen. Darüber hin-aus bietet auch unsere Psychologin niedrigschwellige Entlastungsgespräche an. Bei Bedarf vermitteln wir an eine der erfahrenen Traumatherapeut*innen, die uns zeitnah für Krisen- und Stabilisierungsgespräche zur Verfügung stehen.

Neben der psychosozialen Beratung bieten wir Schulungen für alle Akteur*innen an, die mit Geflüchteten arbeiten und Workshops im Umgang mit psychischen Belastungen benötigen. Ein besonderes Augenmerk bekommen bei uns landesweite Frauengruppen, die wir gerne zu verschiedenen Themen der psychischen Gesundheit schulen. Falls Sie also eine solche Gruppe begleiten, zögern Sie nicht, uns anzusprechen.
Zusätzlich bieten wir eine therapeutische Frauengruppe für Afghaninnen an, die 14-tägig bei uns stattfindet. Eine Gruppe für Männer sowie ein kunsttherapeutisches Angebot sind in Planung und wir freuen uns sehr über Interessent*innen!

Für alle Beratungseinheiten können wir auf die Hilfe qualifizierter Dolmetscher*innen sowie Kulturmittler*innen zurückgreifen, sodass die Geflüchteten sich in ihrer jeweiligen Muttersprache ausdrücken können.

Die psychosoziale Beratung und Therapie ist ein Arbeitsansatz für Menschen mit schweren psychischen Verletzungen, der an der psychischen Stabilisierung sowie an der Aktivierung und Förderung von Motivation und Ressourcen ansetzt, um die Selbstkompetenz zur Bewältigung der Herausforderungen des Lebens zu erhöhen. Da die Probleme der betroffenen Menschen nicht im luftleeren Raum stattfinden, sondern sich im konkreten Sozialraum in einem spezifischen gesellschaftlichen Kontext abspielen, ist unser Anliegen, Hilfen vor Ort anzustoßen und über Coaching und Schulungen, die verschiedenen regionalen Akteur*innen der Regelleistungssysteme in der Umsetzung zu unterstützen.
Daher setzen wir in besonderem Maße, gerade bei komplexen Problemstellungen, auf die netzwerkorientierte Fallarbeit und stehen in vielfältigen Verbindungen mit den verschiedenen Institutionen vor Ort wie bspw. den Migrationsfachdiensten, Frauenberatungsstellen oder psychosozialen Diensten. Über die aktive Mitwirkung in den regionalen Fachgremien versuchen wir - neben der fachlichen Vernetzung und dem Austausch - auch den notwendigen sozialpolitischen Diskurs zu unterstützen z. B. über die aktive Mitgestaltung von Fachtagungen.

Mit unserer Arbeit stehen wir an der Schnittstelle zwischen der originären Flüchtlingshilfe und der psychiatrisch-psychotherapeutischen Arbeit von Geflüchteten mit komplexen psy-chosozialen Problemlagen. Durch die enge Kooperation mit den Traumaambulanzen und niedergelassenen Therapeut*innen und Fachärzt*innen kann deren Arbeit sinnvoll flankiert oder erst ermöglicht werden und schwerwiegendere Krisenverläufe u.U. frühzeitig unterbunden werden.

Unsere Leistungen im Überblick:
• (Psycho-)soziale Beratungen und die Ermittlung des Hilfebedarfs,
• die Klärung der sozialrechtlichen Fragestellung und der Kostenübernahme,
• die Suche nach Unterstützungsmöglichkeiten vor Ort,
• die Vermittlung an ambulante Psychotherapien und geeignete Fachdienste
• Psychosoziale Entlastungsgespräche für Einzelne oder Familien
• Krisen- und Stabilisierungsgespräche
• Therapeutisch orientierte Gruppenangebote
• Schulungen, Vorträge und Workshops

Finanziert wird unser Projekt aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein, aus dem Akutprogramm des Bundes sowie aus Eigenmitteln, Spenden und Zuwendungen des Paritätischen Schleswig-Holstein.

Die Inanspruchnahme unserer Leistungen ist kostenlos und ohne Überweisung möglich. Wartelisten versuchen wir zu vermeiden und selbstverständlich unterliegen wir grundsätzlich der Schweigepflicht.

Unsere Leistungen im Umfeld der durch Corona ausgelösten Krise:

Mit der Pandemie durch das Coronavirus hat sich auch bei uns die Arbeit verändert. Auch wir haben von einer persönlichen Beratung auf eine telefonische Beratung umstellen müs-sen und versuchen mit den Möglichkeiten der telefonischen Beratung und Krisenintervention unter besonderer Einbeziehung unserer Dolmetscher*innen und Kultur- und Sprachmitt-ler*innen unsere Arbeit fortzusetzen. Hierfür werden wir für spezielle Sprachen Telefonzeit-korridore geschaffen, in denen die telefonische Beratung mittels der Dolmet-scher*in/Sprach- und Kulturmittler*in im unmittelbaren Austausch mit der Fachkollegin er-folgen kann. Nähere Informationen - auch über die weiteren Entwicklungen - können Sie unserer Homepage www.bruecke-sh.de Psychosoziales Zentrum entnehmen oder nehmen Sie Kontakt zu uns auf unter:
psz@bruecke-sh.de oder per Telefon unter 0431 705594 -91 /-92 /-93
Neue Anschrift: Rendsburger Landstraße 7, 24113 Kiel.

Wenn Sie weitere Anregungen für unsere Arbeit haben oder unsere Arbeit als Dolmetscher*in oder Honorartherapeut*in unterstützen wollen nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf!

Text: René Skischally

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