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PRESSE - BRüCKE SH üBERREGIONAL
Pressespiegel - "Abgespeckt und weniger Malus" - Netzwerk psychische Gesundheit: Abitato bezieht positive Zwischenbilanz

Lübeck stieg im vorigen Jahr aus – doch daraus dürfe nicht geschlossen werden, dass sich die Integrierte Versorgung (IV) im Rahmen des Netzwerks psychische Gesundheit nicht rechne. Die sechs weiteren regionalen Leistungszentren, die von der gGmbH abitato gemanagt werden, hätten sich „inzwischen gut auf die sicher noch optimierbaren wirtschaftIichen Voraussetzungen eingestellt“ und seien mittlerweile in der Lage, ihr IV-Engagement verIustfrei umzusetzen, so abitato Geschäftsführer Stefan Meyer-Kaven.

KIEL/HAMBURG (hin). Auch das viel kritisierte ,“Malussystem“ – wonach die Träger das Risiko einer teuren Krankenhauseinweisung tragen - sei schon 2013 deutlich abgeschwächt und begrenzt worden. Die IV müsse pro Fall nur für maximal 1000 Euro geradestehen. „Und wir hoffen, dass wir den Malus irgendwann ganz wegbekommen.“ Insgesamt nahmen 1761 Personen die Integrierte Versorgung in 2013 in Anspruch. Rund 500 in Schleswig-Holstein, ca. 1200 in Hamburg. In Schleswig-Holstein stagnieren die Zahlen, Wachstum gibt es vor allem in Hamburg, was Müller-Kaven v.a. auf die AOK zurückführt, die hier mit im Boot sitzt. Im hohen Norden geht die große Kasse allerdings andere Wege. Hier ist dafür die DAK mit dabei, allerdings mit kleineren Patientenzahlen.

Weil ursprünglich mit mehr Patienten kalkuliert worden war - in Kiel etwa sei mit 350 Klienten nach drei Jahren kalkuliert worden, 250 wurden es bislang – hätten sich die Träger Ende 2013 zusammengesetzt und überlegt, wie man damit wirtschaftlich „auf eine schwarze Null“ kommen könne. Im Ergebnis wurde abgespeckt: „In der Aufbauphase wurde sehr viel Struktur aufgebaut, was nicht refinanziert wurde", so Meyer-Kaven. Dies betrifft Personal, aber auch zum Konzept gehörende Rückzugsräume. Das einst mit einer großen Veranstaltung eingeweihte Kieler Rückzugshaus wird inzwischen von einem anderen Projekt genutzt, der Rückzugsraum befindet sich jetzt an der Rendsburger Landstraße 7.

Bei den Patienten komme das Angebot "super an", so der abitato-Geschäftsführer, der von einer dauerhaften Existenz des Modells ausgeht. Ziel: ein Übergang in die Regelversorgung.

Auch die Initiatorin des Ganzen auf Kassenseite, die Techniker Krankenkasse, sei sehr zufrieden. Sie hat offenbar gut gespart. „Im Kalenderjahr 2013 kam es zu 186 Behandlungsfällen von 1761 teilnehmenden Versicherten, dies entspricht einer stationären BehandIungsquote von 10,6 Prozent“, heißt es im abitato-Tätigkeitsbericht 2013. Bei regulärer Versorgung wäre “mindestens die doppelte“ Anzahl ins Krankenhaus gekommen, schätzt Meyer-Kaven. In den Rückzugsräumen wurden laut Tätigkeitsbericht insgesamt 192 Übernachtungen registriert - alternativ zu einer stationären Aufnahme. In Krisensituationen hätten "durch die Leistungsmodule Notfallkomplex und Behandlung in den Rückzugsräumen ca. 335 stationäre Behandlungsfälle“ vermieden werden können.

Bewegung gibt es auch hinsichtlich der Zugangsschwelle. Bislang müssen interessierte Teilnehmer Psychopharmaka genommen oder mindestens einen Tag im Krankenhaus verbracht haben. Mit zwei Einzelkassen sei vereinbart worden, probeweise auch eine längere Krankschreibung wegen einer psychischen Erkrankung als Zugangsvoraussetzung gelten zu lassen.

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