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Pressespiegel "Patienten müssen im Mittelpunkt stehen"
Der Paritätische 03/2011 - "Patienten müssen im Mittelpunkt stehen"

Paritätischer nimmt Chancen und Risiken der Integrierten Versorgung in den Blick

Die Integrierte Versorgung soll durch die Verzahnung zwischen verschiedenen Leistungsbereichen des Gesundheitswesens zu einer besseren Versorgung der Patienten und Kosteneffizienz beitragen. Dies darf aber nicht zu Einschränkungen bei der Therapiefreiheit für die Betroffenen führen, mahnt der Paritätische.

Mit kritischem Blick verfolgt der Verband eine aktuelle Entwicklung in Niedersachsen. Dort hat die Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK) mit der Managementgesellschaft I3G GmbH einen Vertrag zur Integrierten Versorgung von Patienten mit Schizophrenie abgeschlossen. "Für Menschen, die an einer Schizophrenie erkrankt sind, ist eine rechtzeitige und kontinuierliche Behandlung existenziell. Die Initiative "Integrierte Versorgung Schizophrenie" (IVS) richtet sich an Bedürfnissen von Patienten und Angehörigen aus", heißt es dazu auf der AOK-Homepage. Die Kooperation mit der Managementgesellschaft hat jedoch die Deutsche Gesellschaft für Soziale Psychiatrie (DGSP), eine Mitgliedsorganisation des Paritätischen, zu einer Protesterklärung veranlasst. Die I3G sei eine hundertprozentige Tochter des Arzneimittelherstellers Janssen Cilag, so die DGSP. Die Einbindung dieser Gesellschaft in die Integrierte Versorgung sei ein Versuch, "die psychiatrische Versorgung zum Geschäftsfeld der Pharmaindustrie verkommen zu lassen". Der Paritätische kann die Befürchtungen der DGSP nachvollziehen, dass bei einer derartigen Kooperation Unternehmensinteressen und nicht die optimale Therapie der Patienten im Mittelpunkt stehen könnten. "Eine solche Interessenkollision muss vermieden werden. Im Mittelpunkt müssen die Patienten stehen", mahnt Claudia Zinke, Referentin für Soziale Psychiatrie beim Paritätischen Gesamtverband. Dieser will im Herbst ein Papier zu Chancen und Risiken der Integrierten Versorgung vorlegen - insbesondere mit Blick auf die Patienten und Träger im Bereich der psychosozialen Versorgung.

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